
Bau+Action-Tage 2026: Wie Jugendliche die Bauberufe live erleben und ihre Zukunft finden
Wie fühlt es sich an, einen mehrere Tonnen schweren Bagger millimetergenau zu steuern? Wie viel Kraft, Präzision und Konzentration braucht es, um eine Mauer zu bauen, die hält? Antworten darauf fanden Jugendliche aus den Kantonen Zürich und Schaffhausen an den Bau + Action-Tagen 2026 im Baumeister Kurszentrum Effretikon. Was als Berufserlebnistag begann, entwickelte sich für viele zu einem echten Aha-Moment und für einige sogar zum Startpunkt ihrer beruflichen Zukunft. Text/ Bild: Petra Stocker
Die Bau+Action-Tage im Baumeister Kurszentrum Effretikon sind kein klassischer Informationstag. Es gibt keine langen Vorträge und keine trockenen Präsentationen. Stattdessen stehen Erlebnis, Praxis und echtes Handwerk im Mittelpunkt.
Rund 26 Schüler nahmen am Freitag, 16. Januar 2026, teil. Viele kamen mit einer vagen Vorstellung, einige mit Skepsis. Fast alle gingen mit neuen Eindrücken und viel Begeisterung nach Hause. Die Jugendlichen arbeiteten aktiv mit und wurden dabei von Lernenden aus dem zweiten und dritten Lehrjahr begleitet. Der Austausch fand auf Augenhöhe statt und genau das machte den Tag so spannend.
-> Bau + Action-Tage in Effretikon: So sucht Baubranche Nachwuchs | TeleZüri
Maurer und Strassenbauer überzeugen mit Perspektiven
Zu Beginn des Tages erhielten die Jugendlichen einen realistischen Einblick in die beiden Berufsbilder. Schnell wurde klar, dass der Maurerberuf weit mehr umfasst als Steine stapeln. Baupläne lesen, schalen, betonieren, armieren und vermessen gehören genauso dazu wie sauberes und präzises Arbeiten.
Auch der Strassenbauerberuf überraschte viele Teilnehmende. Arbeiten mit grossen Maschinen, Absicherung von Baustellen, Verantwortung für Verkehr und Infrastruktur sowie sichtbare Resultate am Ende des Tages prägen diesen Beruf. Beide Berufe bieten Krisensicherheit, attraktive Löhne und vielfältige Weiterbildungs- und Karrieremöglichkeiten.
Lernende als glaubwürdige Vorbilder
Ein zentrales Erfolgsrezept der Bau + Action-Tage sind die Lernenden selbst. Sie erklärten geduldig, unterstützten mit Ruhe und teilten offen ihre Erfahrungen aus dem Berufsalltag.
In den Gesprächen wurde deutlich, wie sehr sie ihren Beruf schätzen. Sie sprachen über Abwechslung, Verantwortung und Zukunftsperspektiven. Diese ehrliche Begeisterung wirkte ansteckend und machte die Bauberufe für viele Jugendliche greifbar und realistisch.
Breite mediale Aufmerksamkeit
Dass der Anlass eine grosse Bedeutung für die Branche hat, zeigte auch das Medieninteresse. TeleZüri berichtete vor Ort über die Bau + Action-Tage und den Kampf der Baubranche um Nachwuchs. Erstmals widmete sich auch SRF dem Thema in einem Radiobeitrag.
-> Strassenbauerin trotz Regen: So sucht die Baubranche Lernende - News - SRF
Lehrstellenbörse als direkter nächster Schritt
Der Höhepunkt der Woche folgte am Samstag, 17. Januar 2026, mit der Lehrstellenbörse im BKE Effretikon. Jugendliche kamen gemeinsam mit ihren Eltern vorbei und traten direkt mit Bauunternehmen in Kontakt.
Schnupperlehren konnten persönlich vereinbart werden, Fragen wurden offen beantwortet. Für Eltern und Lehrpersonen stellte dies eine wertvolle Gelegenheit dar, seriöse Informationen aus erster Hand zu erhalten und realistische Perspektiven kennenzulernen.
Fazit: Wenn Berufsorientierung Wirkung zeigt
Am Ende des Tages gingen die Jugendlichen müde, aber zufrieden nach Hause. Viele mit schmutzigen Händen, einige mit neuen Zielen im Kopf. Zahlreiche Teilnehmende äusserten den Wunsch, eine Schnupperlehre als Maurer oder Strassenbauer zu absolvieren.
Die Bau + Action-Tage 2026 zeigen eindrücklich, wie moderne Berufsorientierung funktionieren kann. Praxisnah, ehrlich und nah an den Jugendlichen.
Hier wird nicht nur gebaut, hier entsteht Zukunft.













